Politik, Gesellschaft: Kino + Diskurs: Zeit für Utopien von Kurt Langbein Fensters

Status
Kursnummer 222D2501F
Beginn Mi., 28.09.2022, 19:00 - 22:00 Uhr
Kursgebühr 7,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Martina Roßbach
Kursort
Kann ein Film die Welt verändern? Vielleicht nicht das, jedoch kann er die Welt beschreiben, Probleme bewusstmachen und Denkanstöße geben. Unsere Reihe " Politik, Gesellschaft: Kino + Diskurs" zeigt im weitesten Sinne politische Filme: Laufende Bilder, die uns auf den Zustand der Welt und Gesellschaft aufmerksam machen und die unser soziales, kritisches, politisches Bewusstsein wecken, um etwas genauer hinzusehen. Das politische Kino hat es neben der übermächtigen Fülle an reinen Unterhaltungsfilmen nicht mehr so leicht, ein Objekt der cineastischen Solidarisierung oder der scharfen Analyse zu finden - wir versuchen es trotzdem und wagen uns an Themen heran, wo das ein oder andere mitunter sicher in Vergessenheit geraten ist, beispielsweise die vergessenen Menschen in langjährigen Kriegsgebieten. Auch widmen wir uns Utopien, die sich der Kreation einer besseren Welt verschreiben oder spiegeln die Macht des Geldes im laufenden Bild.
Die Zukunft gehört uns, darum laden wir keine Expert*innen ein, sondern diskutieren mit euch und gemeinsam das, was wir gesehen haben werden.
Entdeckt mit uns politische Filme und ihre Kraft, uns die Welt in einem anderen Licht zu zeigen. Wir freuen uns auf euch.

Die Filmreihe ist eine Kooperation mit Lemuria Kino + Diskurs / Eine Erde e.V.

Zeit für Utopien von Kurt Langbein

Petra Wähning hat genug von ihrem Job in der Werbebranche und sucht ihr Glück auf einem Bio-Bauernhof in Bayern. Hier entwickelt sie ein Konzept für einen genossenschaftlichen Hofladen und ermöglicht so die Finanzierung eines lang benötigten Kredits. Bei einer Reise nach Südkorea, erlebt Wähning wie Nahrungsmittelproduktion, Vertrieb und Verkauf sowie Kunden und Kundinnen genossenschaftlich arbeiten und so den Erzeuger*innen ermöglichen, nach traditionellen Verfahren ohne Existenzängste nachhaltig zu wirtschaften. Das, was auf dem bayrischen Hof im Kleinen gelingt, passiert hier im großen Stil. Der Filmemacher Kurt Langbein erweitert im Anschluss diese persönliche Perspektive und zeigt Leuchtturmprojekte des nachhaltigen Wirtschaftens und fairer Arbeitsbedingungen weltweit. Er porträtiert dazu die selbstverwaltete Teefabrik der Kooperative Scoop-ti in Gémenos (Frankreich) und schaut zurück auf deren Arbeitskampf. Das Bestreben Lieferketten fairer zu machen wird anhand einer Kobaltmine in Katanga (Ruanda) vor Augen geführt. Hier kaufen die Produzent*innen des Fairphones ihre Rohstoffe ein. Mit der Wohngenossenschaft Kalkbreite in Zürich (Schweiz) rückt Langbein Wohnen ins Zentrum einer nachhaltigen Lebensweise, die nicht etwa als entbehrlich, sondern als freudvoll gezeigt wird. Zudem findet er hier eindringliche Bilder, um die Werte einer intergenerational gerechteren Lebensweise zu vermitteln. Ergänzt werden diese Einblicke mit Stimmen aus der Wissenschaft wie der von Ulrike Herrmann, die die Grenzen des Wachstums und des Finanzkapitalismus beschreibt. Der Film veranschaulicht Nachhaltigkeit nicht nur als ein Konzept ressourcen- und umweltschonenden Wirtschaftens, sondern idealisiert sie als ganzheitliches Konzept für ein gesundes, glückliches und selbstbestimmtes Leben.

Tickets online und an der Abendkasse erhältlich: 7.- / erm. 3,50




Datum
28.09.2022
Uhrzeit
19:00 - 22:00 Uhr
Ort
Lüpertzender Straße 85, VHS am Sonnenhausplatz;1.Stock;Raum 113 (Saal)